Es gibt Tage, da möchte man die Mitteilungen, welche man erhält, nicht wahrhaben.
Ein solcher Tag war gestern. Zu den Problemen in der Tourismusindustrie, welche uns weltweit seit dem 28. Februar verfolgen, und einem familiären Notfall, der mich seit Wochen beschäftigt, kam gestern früh die Nachricht, dass Thula Thula Wildreservat, welches ich international aus Adenau repräsentiere, von Wilderern attackiert wurde. Ntombi, selbst eine Nashornwaise, und ihr Überraschungsbaby Jabulani, wurden bei dem Angriff getötet.
Für mich waren Ntombi und Jabulani nicht nur Nashörner, sie gehören wie meine Kollegen und Freunde, welche im Reservat arbeiten, zur Familie. Seit 10 Jahren, besuche ich das Reservat immer wieder. Ntombi kam mit Thabo nach Thula Thula. Beide Nashörner waren Waisen und Opfer, des Krieges gegen Nashörner und des asiatischen Irrglaubens, dass das Horn der Nashörner, die Potenz erhöht. Jabulani lernte ich im letzten Jahr kennen, kurz nachdem er geboren war, als Überraschungsbaby. Auf Zulu bedeutet Jabulani "glücklich und fröhlich sein", und genau das war er: ein Wonneproppen, der alle Herzen eroberte. Dass Ntombi und Jabulani von brutalen Kriminellen getötet und abgeschlachtet wurden, bricht mir das Herz.
Aber zugleich, müssen wir nun handeln und dürfen trotz der Trauer den Kopf nicht in den Sand stecken. Unter anderem muss, da scheinbar die Wildreservate in Südafrika durch ein Syndikat attackiert werden, die Sicherheit weiter erhöht werden. Dazu bin ich bereits in Kontakt mit verschiedenen Organisationen. Mehr dazu in Kürze. Den Spagat, zwischen Gemeinschaftsprojekten, unter anderem dem Schulschuhprojekt und Erhöhung des Wildschutzes, werden wir meistern. Ohne Wildschutz gibt es keine Gemeinschaftsprojekte und ohne Gemeinschaftsprojekte gibt es keinen Wildschutz. Dafür stehen wir, denn unser Handeln ist heute umso wichtiger, wir schulden es Ntombi und Jabulani.
In tiefer Trauer
Michael Holthuysen
1. Vorsitzender
Zululand Hilfe e.v.